Sonntag, 1. November 2009

Was den Menschen auszeichnet und WARUM? *

Was zeichnet uns Menschen eigentlich von den anderen Säugetieren aus –von den anatomischen Vor- und Nachteilen abgesehen?

Um aber darauf nochmal zurückzukehren: Vergleicht man den Menschen aus anatomischer Sicht mit anderen Tieren - so sind wir eigentlich ziemlich schwach. Mag sein, dass unser Fähigkeitsspektrum von Bewegungsabläufen und körperlicher Anpassung vergleichsweise breit ist - aber der Mensch ist, was den Körper betrifft, wohl eher nach der Regel "Quantität vor Qualität" aufgebaut. Denn: Welchen Temperaturen hält der Mensch denn auf Dauer nackt, ohne jeglichen Schutz auf Dauer stand? Lange leben kann er ohne Schutz, nach Adam Riese unter Bedingungen von ca. 15-28°C - verglichen mit Tieren die Extremtemperaturen von zig Minusgraden oder an die 50°C und mehr aushalten, ist das ziemlich schwach. Zudem hat der Mensch einen hohen Bedarf an Wasser, er kann nur recht langsam laufen, hat weder scharfe Reißzähne noch Klauen und ist, verglichen mit anderen Tieren, auch recht schwach.
Also musste sich der Mensch helfen - er musste durch Erfahrungen und logisches Denken lernen, wie er sich dieses Wissen zu Nutze macht, und wie ihm Erfindungen zum Überleben helfen.
War es also eine Schwäche, aus der unsere Überlegenheit - unsere Einzigartigkeit: das logische, kognitive und abstrakte Denken, das uns auszeichnet von den anderen Tierarten, sprich: unsere Stärke resultiert?
Hat dies tatsächlich einen ausgeklügelten höheren Sinn einer höheren Macht? Ein willkürlicher Fehler in einer Zufallsreihe der Natur?
Ist der Mensch einfach nur einer von vielen Fehlversuchen der Natur, der sich den anderen gegenüber durchgesetzt hat, weil er durch Zufall die Fähigkeit des einzigartigen Denkens besitzt oder hat diesen großen Schritt, dieses Überspringen vom niederen Primaten zum Höchsten doch eine willkürliche höhere Macht verursacht?
Ich habe kürzlich einen Bericht auf einem meiner Lieblingssender, N-TV (, womit die Nennung einer Quelle in den Fußnoten auch gleich entfällt - betrachten Sie dies nicht als Werbung, sondern als Empfehlung ;) ) gesehen, über neueste Ausgrabungen und die daraus resultierenden neuen Evolutionsmodelle.
Und genau diese würden die erste Theorie, die des Fehlversuches, stützen.
Man hat anhand von neuesten Ausgrabungen, neue Weiterentwicklungen des Affen gefunden, die sich bereits mehr oder weniger von ihm unterschieden. Allerdings waren sie eher "Fehlversuche" eben - sie waren anatomisch ungünstig gebaut und dem Tode geweiht. Doch entstanden so viele dieser Fehlversuche - man fand sogar "Riesen" und Zwerge, die nur halb so groß waren wie wir - dass sich dann tatsächlich eines dieser "Experimente" (wohl durch Zufall) zu helfen wusste, und zwar mit seinem durch Zufall optimal großen Gehirn, überlebte und Nachfahren zeugte und anstatt dass sich die Anatomie ans Überleben anpasste, war es der erste Schritt im fortschrittlichen, revolutionären, logischen Denken, der evolutionstechnisch an die Nachfolger weitergegeben wurde. So entstand wohl allmählich eine neue Rasse, mit einer völlig neuen Gabe. Was sich nun evolutionstechnisch weiterentwickelte waren nicht mehr die anatomischen Fähigkeiten, sondern das Gehirn, das Denken, da sich dies wohl scheinbar durchsetzte und sich als effizient erwies - so effizient, dass es so gut wie keine "Fehlversuche" mehr gab.
Diese von mir fortgesponnenen Erkenntnisse und Funde stellen einen revolutionären Schritt im Entwicklungswissen über den Menschen dar. Es ist fürwahr ein riesiger Unterschied zwischen Affe und Mensch, doch wurde dieser nicht, wie früher angenommen, einfach in einem Schritt, gottgegeben in einem Schritt, einem Sprung überwunden, sondern Schritt für Schritt, anhand von "Fehlversuchen" dem logisch denkenden Menschen näherte. Was zwischen Mensch und Affen lag, erwies sich als nicht überlebensgünstig.

Was ist bei uns so anders, dass wir so weit entwickelt sind?
Ist es unsere Neugierde und der Drang, Sie zu befriedigen? Oder ist es unser Erklärungsdrang?
Der Mensch muss sich alles irgendwie erklären…Findet er keine logische Erklärung für etwas, macht er etwas Übernatürliches, über das er keine Macht hat, dafür verantwortlich.
Ganz simples Beispiel- ein Gewitter. Der Mensch hat den Drang, sich das zu erklären. Allerdings fehlen ihm (angenommen wir sprechen von einem Menschen des Altertums) die wissenschaftlichen Voraussetzungen und/oder das Grundwissen (über Elektrizität, Wetter…), also kann er es sich nicht erklären…Aber er muss es sich ja erklären, deshalb macht er besagtes Übernatürliches, früher würde man es „Götter“ nennen, dafür verantwortlich…
Das Übernatürliche, oder auch Unerklärliche, wenn man so will, ist allgemein –neben Gott (die Übergänge sind fließend) – die Lieblingserklärung des Menschen - sie quält nicht den Geist des Grübelns und bereitet guten Schlaf. Andererseits kann man es all jenen, die das ihnen unantastbare mit einer oder mehreren Gottheiten erklären, und damit ihren "Quälgeist" zum Verstummen bringen, nicht verübeln, denn so manch philosophisches Gedankenspiel kann einen doch an den Rand der Vernunft, sprich, bis zum Wahnsinn treiben.
Mutig ist also jeder, der sich an diese Gebiete wagt und sich nicht mit "Höherem" als Erklärung abfinden möchte, ehe er nicht etwas Plausibleres gefunden hat.
Ja, man könnte diese Gedanken sogar so weit fortspinnen, dass man Religion als eine Art agnostische oder gar nihilistische Weltanschauung deuten könnte, da man vor dem "uns nicht zugänglichen"zurückschreckt, aber dies ist nur ein kleines Gedankenspiel, welches nicht allzu ernst zu nehmen ist.

Es ist nämlich einfacher sich einer höheren Macht zu unterwerfen, als sie zu hinterfragen.

Daraus folgt auch die Frage nach dem Warum…Menschen fragen sich immer nach dem Grund für etwas. Bevor wir aber weiterhin nach dem Warum fragen (was nicht zuletzt zu dem „Weshalb existieren wir?“), müssen wir es definieren.
Ich würde sagen, es gibt zwei „Warums“:
1.) Das wissenschaftliche Warum; Damit fragen wir nach einer Ursache. Warum verdampft Wasser? Durch diese Warum-Frage haben wir ja Beispielsweise einiges über die Molekülketten des Wassers gelernt. Es ist also die Frage nach einer Ursache. Es überschneidet sich oft mit einer Wie-Frage („Warum raucht brennendes Holz?“ = „Wie entsteht der Rauch bei brennendem Holz?“)
2.) Das ethische Warum: Die Frage nach einem Sinn, einem Zweck, einem Anlass.
Oft sind die Übergänge zwischen dem ersten und dem zweiten Warum fließend. „Warum hast du mich geschlagen?“ „Weil du böse zu mir warst“ -> Dies ist die Antwort auf das erste Warum. Die Ursache, der Zweck für das Schlagen war die Bosheit desselben. Der Zweck – die Antwort auf das zweite Warum – wäre, Rache auszuüben, oder die Person, die Person B geschlagen hat, zu belehren, es nicht mehr zu machen.

Durch das erste Warum hat der Mensch viel Wissen erreicht…Er hat z.B. die Gravitation entdeckt (Warum fällt der Apfel zu Boden?)…
Das zweite Warum (Warum existieren wir?) bereitet dem Menschen schon eher Schwierigkeit.
Und gerade das Unerfassbare hat u.U. Zugang zu dieser Ebene – oder es agiert sogar auf dieser.

Dies führt nun zu der Frage: Fragen sich die anderen Tiere nie nach dem Grund/Sinn ihrer Existenz?
Wir wissen nur, dass sich andere (Säuge-)Tiere ihr Wissen Großteils durch kognitive Lernprozesse und schlussfolgerndes Denken aneignen, aber volkommen ausschließen kann man eine Sinnfrage auch bei niederen Tieren nicht.

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