„Alles ist relativ“ – mit diesem Satz hat Albert Einstein – neben Platos „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ vermutlich die einzige, von Menschen stammende, universal anwendbare Wahrheit ausgesprochen, denn – in der Tat – in unserer Welt ist wirklich alles relativ – selbst unser Bewusstsein und unsere Erfassung.
"Alles ist relativ" ist also der am wenigsten relative Satz, der je geschrieben wurde, wenn man so will.
Wenn Sie mir ein Gegenbeispiel nennen können, was denn nicht relativ –im Bezug auf das Universum ist- zögern Sie bitte nicht, mir diese mitzuteilen. Man könnte ja behaupten, das Universum selbst sei absolut, also nicht relativ. Jedoch ist die menschliche Definition der Erfassung desselben bereits relativ, denn unser Bild des Universums gilt letztendlich nur für den Menschen selbst und dessen Erfassung.
Ein gutes Beispiel liefert uns die Suche nach außerirdischem Leben.
Der Mensch hat nie nach außerirdischem Leben gesucht – nur nach humanoiden, also menschenähnlichen, Lebensformen, die für ihn erfassbar sind (schonmal zwei einschränkende Faktoren).
Um Verständnisproblemen vorzubeugen, möchte ich im Vorhinein erwähnen, dass ich hier als „humanoid“ nicht die wissenschaftliche Bezeichnung für menschenähnlich verstehe, sondern das, was sich ein Mensch überhaupt unter Leben vorstellt.
Dazu ein kleines Gedankenexperiment: Stellen Sie sich jetzt bitte einen Außerirdischen vor, der einem Menschen überhaupt nicht ähnlich sieht. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf, es gibt keine Vorgaben…
Ich wette, dass Ihr Außerirdischer –so Menschen-unähnlich er auch war- doch humanoid war.
Hatte er etwas, was man Arme oder Beine, oder Schulten nennen könnte? Auch wenn diese meinetwegen Kreisförmig waren, aber etwas zur Fortbewegung?
Oder hatte „es“ Augen? Ohren? Sinnesorgane?
Egal was, aber es hatte mit Sicherheit etwas, womit es seine Umwelt erfassen kann…
Wenn man Menschen nach ihrer Vorstellung eines Außerirdischen fragt, so wird man als Antwort meist das Klischee, des kleinen grauen oder grünen Männchens mit überproportioniertem Kopf und großen, schwarzen Augen erhalten.
Aber auch, wenn mir jemand einen roten Kreis hinzeichnet, und sagt „So sieht für mich ein Außerdischer aus“, so ist dieser rote Punkt für mich humanoid; denn: Er kann von uns erfasst werden.
Wir suchen also nach Zeichen von Leben, bzw. Leben selbst, welches wir erfassen können.
Es könnte also durchaus sein, dass der Mensch irgendwann zu dem 100%igem Schluss kommt, es gäbe kein Leben im All.
Diese Aussage wäre falsch, oder zumindest (derzeit) nicht beweisbar.
Und wenn wir einen Beweis finden, so gilt er ja doch nur für uns Menschen.
Stimmen würde sie nur dann, wenn ich sage „Es gibt kein für den Menschen erfassbares Leben/keine für den Menschen erfassbare Außerirdische im All“. Denn der Mensch sucht nur nach Leben, welches er mit mindestens einem seiner Sinne erfassen kann.
Salopp gesagt, suchen die Wissenschaftler derzeit nicht nach Außerirdischen, sondern nach Außerirdischen die mit uns kommunizieren können, und/oder die wir wahrnehmen können. Aber sie haben ja recht; wozu denn nach etwas suchen, wenn man es gar nicht erst erfassen/wahrnehmen kann...
Zu denken, dass etwas nur dann existiert, wenn Mensch es mit mindestens einem seiner Sinne erfassen kann, ist meiner Ansicht nach relativ naiv, auch wenn natürlich die Möglichkeit besteht, dass es wirklich stimmt, und dass das Universum wirklich nur für den Menschen erfassbar ist.
Aber das werden wir vermutlich nie überprüfen können, da wir ja nur Menschen sind.
Die meisten Wissenschaftler schließen Planeten wie beispielsweise den Neptun als Wohnort einer Lebensform aus. Aber ist das denn nicht auch etwas naiv? Wissenschaftler behaupten, die Grundlagen für Leben seien ein gewisser Temperaturbereich, Licht bzw. Energie und eine Atmosphäre. Aber das gilt doch nur für die menschliche Definition von Leben. Es kann also durchaus sein, dass es auch auf dem Neptun Lebensformen gibt…nur eben ganz andere…
Um nicht weiterhin von der „menschlichen Erfassungsebene“ zu reden, also dass für ihn nur existiert, was er mit einem seiner Sinne erfassen kann, nenne ich diese einfach
Erfassungsebene 1.
Das heißt – egal wie weit wir das Universum erforschen, und ob wir nun menschlich erfassbares Leben finden, oder nicht-, alles was der Mensch je erforscht, wird vermutlich nur für den Menschen und maximal alle auf Erfassungsebene 1 erfassbaren, operierenden und erfassenden Lebewesen gelten.
Das sollte uns aber natürlich nicht daran hindern, weiter zu forschen.
Es könnte also durchaus sein, dass wir nie in Kontakt mit Außerirdischen kommen … zumindest nicht mit jenen Außerirdischen die auf einer anderen Erfassungsebene existieren und operieren (hier würden manche die Erfassungsebene als Dimension bezeichnen), es sei denn, diese Außerirdische könnten sich für uns „erfassbar machen“. Nicht auszuschließen ist, dass der Mensch selbst in mehreren Erfassungsebenen existiert, also selbst auch für die anderen Wesen erfassbar wäre. Operieren kann der Mensch jedenfalls nur auf Ebene 1 – so viel steht fest – oder zumindest wüsste ich nichts von meinen anderen Erfassungsebenen…
Dass es allerdings Dinge gibt, die der Mensch nicht erfassen kann, ist ziemlich sicher.
Wer kann sich schon die Unendlichkeit vorstellen? Mit der Frage nach einem Ende des Universums kommt die Frage auf „Aber was ist DANACH?“ – der Mensch kann sich auch Antimaterie nicht vorstellen, er kann sie auch nicht erfassen – er kann sie höchstens negativ definieren bzw. erfassen.
Viele Wissenschaftler fragen sich auch nach der Anzahl der erdähnlichen oder sogar bewohnten Planeten. Dazu gibt es dann ewig lange Formeln…
Aber – wenn das Universum unendlich groß ist – dann muss es doch eigentlich unendlich viele (erdähnliche und/oder besiedelte) Planeten geben. Auch wenn es theoretisch pro 10^8 Lichtjahren nur einen erdähnlichen Planeten gibt (im Durchschnitt).
Ganz einfaches und analoges Beispiel: wir machen einen Kuchen. Durchschnittlich kommt pro 20cm² Kuchenteig eine Rosine hinein (durchschnittlich deshalb, weil wir mal mehr Rosinen, mal weniger, und manchmal gar keine hinzufügen)…Bei einer unendlich großen Menge Teig sind es dann aber trotzdem unendlich viele Rosinen die im Teig sind.
Das SETI-Projekt würde ich als „das relativste Experiment der Menschheit“ bezeichnen und sehe in selbigem auch keinen Sinn – die Voraussetzungen für eine Antwort sind einfach zu hoch gesteckt;
1.)Müsste man davon ausgehen, dass der Empfänger humanoid ist, und auch auf etwa gleichem Intelligenz- bzw. Entwicklungsniveau wie der Mensch ist.
2.)Müsste der Empfänger relativ nah zur Erde sein – schließlich reist das Signal ja mit Lichtgeschwindigkeit, und die „nächsten“ Ziele sind bereits dutzende Lichtjahre entfernt.
Außerdem schwächt das Signal ab…
3.)Müsste man die doppelte Zeit einrechnen – da wir derzeit nur Signale, die mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind, versenden und verschicken könnte, bräuchte das Antwortsignal nochmal so lang zur Erde, wie das „Fragesignal“
Die einzige Möglichkeit, dem SETI-Projekt einen Sinn zu geben wäre, sich den EPR-Effekt zu Nutze zu machen und ihn als Kommunikationsmöglichkeit anstatt der Radiosignale zu verwenden.
Wie das möglich sein könnte, erkläre ich in dem Blogpost „Idee zur Nutzung des EPR-Effekts“.
Das aber alles was der Mensch erforscht nur für Humanoide (also alle auf Erfassungs- bzw. Bewusstseinsebene 1 existierenden (erfassbaren), erfassenden und operierenden Wesen) nutzbar sein wird, sollte uns nicht davon abhalten, weiter zu forschen.
Fazit: nur weil der Mensch etwas nicht (mit seinen Sinnen) erfassen kann, heißt das noch lange nicht, dass es nicht existiert.
Trotzdem wissen viele Wissenschaftler nicht, dass sie eigentlich nichts wissen...
Abschließend ein Zitat von mir selbst:
„Der Mensch glaubt, das Maß aller Dinge zu sein – nur was er erfassen kann, existiert. (-Wie naiv-). Zum Glück weiß ich, dass ich nichts wie, alles (in der Menschlichen Welt) relativ ist, und ich nur ein Mensch bin. Dieser Satz war universaler und absoluter als alle je von Menschenhand verfassten Theorien; und doch ist er kein bisschen weniger relativ.
Dies ist das Paradoxon des menschlichen Denkens.“
Dem Artikel möchte ich noch ein weiteres Zitat aus der Per-Anhalter-Durch-Die-Galaxis-Reihe hinzufügen:
"Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. - Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist"
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