Sonntag, 1. November 2009

Die menschliche Wahrnehmung – ein Binärcode? (*)

Meiner Meinung nach, ist die Wahrnehmung des Menschen wie ein Binärcode aufgebaut. Damit will ich nicht sagen, der Mensch arbeitet wie ein Computer, aber das Funktionsprinzip mit dem unser Gehirn Informationen verarbeitet, ist ganz analog zu dem eines Computers, oder noch genauer gesagt, dem eines Halbleiter-Kristalls (Silizium!).
Der Mensch kann nur zwischen Existenz und nicht-Existenz, also 0 und 1 (binär) entscheiden – einen Mittelweg gibt es nicht (außer in der Quantenphysik – dazu mehr im Artikel „Zufall und Wahrscheinlichkeit“)
Auch alle Sinnesreize des Menschen setzen sich meiner Meinung nach aus zahlriechen Binärmatrizen zusammen.
Dazu einige Gedankenbeispiele zu den jeweiligen Arten von Sinneseindrücken und –reizen.


Geschmackssinn: Das beste Beispiel ist vermutlich unser Geschmackssinn. Der Geschmack einer Speise setzt sich im Prinzip nur aus der Menge der Bitter- Süß- Salzig- Scharf- Sauer- und Umamianteile zusammen.
Angenommen, wir essen einen Zuckerwürfel. Der Zucker ist so rein, dass er nur süß schmeckt, und keine Bitteranteile zu schmecken sind. Die Geschmacksrezeptoren/-sinneszellen die für Bitter, Salzig, Scharf, Sauer und Umami zuständig sind, senden nur Nullen, also keine Reizen ans Gehirn.
Von den „Süßrezeptoren“ kommen allerdings zahlreiche Einsen, also Reize. Je mehr Süßnuancen bzw. Süßstärkegrade wir kennen, desto mehr Stellen hat diese Reizmatrix. Wenn nun also besagter Zuckerwürfel das Maximum an Süße erreicht, besteht die Matrix nur mehr aus Einsen.


Sehsinn:
Angenommen, man steht vor einem Baum – sagen wir, einer Linde. Man sieht aber nur den Baum, sonst nichts, und alle anderen Sinnesorgane sind deaktiviert, sprich, man fühlt nichts, riecht nichts, schmeckt nichts, hört nichts – man sieht nur den Baum.
Nun treffen Lichtstrahlen unterschiedlicher Intensität (Helligkeit) und Wellenlänge/Frequenz (Farbe) auf die Netzhaut. Von den Stäbchen und Zapfen werden nun Reize an das Gehirn weitergeleitet.
Angenommen, man sieht nur die Baumkrone, also den grünenTeil der Linde.
Die Zapfen die für das Rot zuständig sind, senden also eine Binärmatrix (die Anzahl der Stellen, die die Matrix besitzt, entspricht z.B. bei der Matrix des Rotrezeptors der Anzahl der Rotnuancen) voller Nullen. Grün setzt sich ja aus Gelb und Blau zusammen, und je nachdem ob es nun ein Grün mit mehr Blauanteilen oder ein Grün mit mehr Gelbanteilen, als Blauanteilen ist, senden die Blaurezeptoren mehr und die Gelbrezeptoren weniger Reize, bzw. die Gelbrezeptoren mehr und die Blaurezeptoren weniger Einsen, oder elektrische Reize an das Gehirn.
Noch einfacher zu erklären, ist es bei den Stäbchen; je intensiver das Licht, desto mehr Einsen, bzw. Reize werden an das Gehirn weitergeleitet.

Geruchssinn: Die verschieden Gerüche setzen sich letztendlich auch nur aus Binärmatrizen zusammen, und zwar ganz analog zu den anderen Sinnen. Je mehr Gerüche wir kennen lernen, desto mehr Stellen bekommt diese Matrix. Ein reiner Geruch, der keine Spuren von anderen Gerüchen enthält, löst also z.B. nur bei einer Sinneszelle, oder nur bei der Gruppe von Sinneszellen die für diesen Geruch zuständig sind, einen Reiz aus. Ein kompliziertes Parfum spricht sehr viele verschiedene Sinneszellen an; dementsprechend kompliziert dann auch die Matrix.
Riechen wir gar nichts, stehen logischerweise an allen Stellen Nullen. Dies gilt auch für alle anderen Sinne.


Tastsinn:
Beim Tastsinn ist es nicht viel anders. Nur gibt es anstatt Süß & Sauer oder Rot & Blau eben Rau & Glatt, Nass & Trocken, etc. und auch hier gilt; je z.B. nässer etwas ist, desto mehr Einsen (Reize) bei den „Nassrezeptoren“

Gehör:
Beim Tastsinn ist es auch nicht viel anders. Nur gibt es anstatt Süß & Sauer oder Rot & Blau eben Laut & Leise, Hoch & Tief… und auch hier gilt; je z.B. höher ein Ton, desto mehr Reize.

Das waren einige Beispiele auf sehr einfacher Ebene. Den Begriff Matrix verwende ich hier im Sinne von Zahlenreihen. Da es aber regelrechte Muster sind, trifft der Begriff Matrix eher zu.
Auch die Interpretation der Sinnesmatrizen durch das Gehirn selbst ist letztendlich binär.
Wir lernen z.B., wie ein Baum aussieht. Das Gehirn merkt sich also, dass eine Kombination dieser und jener Matrizen, bzw. diese und jene Anzahl von Einsen aus dem Grünrezeptor und dem Rotrezeptor (=>Braun) ist ein Baum. Je mehr Arten von Bäumen, also Matrixkombinationen wir kennen lernen, bzw. uns merken, desto mehr Stellen hat die Interpretationsmatrix. Die Interpretationsmatrix z.B. für Bäume setzt sich aus mehreren Untermatrizen zusammen.
Um es etwas „bildlicher“ darzustellen.
Ganz vereinfacht gesagt; angenommen, die Matrix, die bei der Wahrnehmung einer Linde ankommt, lautet 11010110 (vereinfacht) , die einer Buche 11010001; die erste Stelle haben sie gemeinsam da die erste Stelle für Bäume steht. Die zweite Stelle haben sie auch gemeinsam, da beides Laubbäume sind, usw. Für jede Matrix wird also –wie erwähnt- eine weitere Stelle in der Interpretationsmatrix angelegt. Wenn wir jetzt also nur unsere Linde sehen, und sonst nichts – um zu unserem anfangs erwähnten Beispiel zurückzukehren -, stehen also bei allen anderen Bäumen Nullen, außer eben bei der Linde. Um es in einer Grafik zu veranschaulichen:


Fazit: Die menschliche Wahrnehmung setzt sich also im Prinzip nur aus einem Muster bzw. einer Matrix aus Reiz- und Nichtreiz zusammen – wie ein Schwarz-Weiß-Bild, welches –wie es der Name schon sagt- nur aus Schwarz (0) und Weiß(1) besteht. Die Graustufen entstehen ja letztendlich nur durch eine gewisse Menge Schwarz und eine gewisse Menge Weiß pro Pixelreihe.
Vielleicht ist es ja auch besagter binärer Aufbau des menschlichen Denkens, der uns andere Erfassungsebenen nicht wahrnehmen lässt. Vielleicht denken und operieren andere Zivilisationen mehr als nur binär – vielleicht „trinär“ oder sogar hexadezimal.

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